Wenn Kinder eine Reise tun…. đŸ‡«đŸ‡· (und nicht nur fĂŒr die Reise) đŸ˜Ž

Lonely Planet KinderreisefĂŒhrer Komm mit nach Paris (Lonely Planet Kids) (Lonely Planet Kids Komm mit) Taschenbuch – 5. April 2017



ReisefĂŒhrer fĂŒr Kinder?

WofĂŒr soll das gut sein? Das fragt man sich wahrscheinlich, wenn man die Lonly Planet Reihe fĂŒr Kids findet. Nun ja. Wahrscheinlich ist die Frage nicht unberechtigt. Meist sind es ja die Eltern, welche die Reise planen. Die Kids wollen nur ihren Spaß und den Urlaub genießen.

Wenn Sie meine anderen ReisefĂŒhrer-Rezensionen lesen, dann wird Ihnen auffallen, das ich hĂ€ufig den Nutzen fĂŒr Familien mit Kindern hinterfrage. Und werden die meisten ReisefĂŒhrer den AnsprĂŒchen nicht gerecht. Meist gibt es zwar ein Kapitel „Reisen mit Kindern“, aber das kommt immer zu kurz und bietet den Kindern ĂŒberhaupt nichts.

Die Reihe „Lonly Planet Kids – Komm mit nach: Neu York đŸ‡ș🇾, Paris đŸ‡«đŸ‡·, London 🇬🇧“ ist vor einem Jahr (Juni 2016) schon in englischer Sprache unter dem Titel „City Trails“ erschienen und gut bei den Lesern angekommen. Daher haben wir einen Blick in die deutsche Ausgabe geworfen. „Wir“, das sind unsere elfjĂ€hrigen Zwillinge, meine Frau und ich.

Die BĂ€nde sind in einem Softcover-Format erstellt und mit Ihrem quadratischen Format von 20,5 x 20,5 cm gut in KinderhĂ€nden zu halten. Ein paar Flecken auf dem Cover lassen sich sicherlich problemlos abwischen. Hinten und vorne findet sich ein herausklappbares Inlay, welches als Lesezeichen genutzt werden kann. Die bisher erschienenen drei BĂ€nde haben 103 Seiten und sind somit nicht zu dick und schrecken „lesefaule“ Kinder ab. 👏

Zu Beginn stellen sich „Amelia“ und „Marco“ vor, welche die Leser auf den Touren durch die entsprechende Stadt begleiten. Dabei erfahren wir schon, das es sich um 19 TourenvorschlĂ€ge handelt, um die Stadt besser kennenzulernen. Die Touren sind im aufgefĂŒhrten Inhaltsverzeichnis zu finden und auf einer Übersichtskarte der Stadt. Am Buchende findet sich ein Register, in dem man schnell eine gewĂŒnschtes Schlagwort wiederfindet. 👀

Schon auf dem Cover und der „Vorstellungsseite“ fĂ€llt das farbenfrohe Layout auf. Es wirkt ein wenig comicmĂ€ĂŸig aufgezogen, gleitet aber nicht ins lĂ€cherliche ab. Statt „Sprechblasen“ gibt es kurze Abschnitte die aus fĂŒnf bis zehn SĂ€tzen bestehen. Durch die einzelnen BĂ€nde schlĂ€ngelt sich ein „Faden“. Dieser ist mal eine stilisierte Straße, eine Bahnschiene, Fußspuren, Musiknoten, Diamanten

 je nachdem was fĂŒr ein Thema gerade auf der Doppelseite behandelt wird. Neben kleinen Bildern gibt es auch Fotos der umschriebenen Themen. Es gibt immer eine große Überschrift und darunter den Ort, wo das Umschriebene zu finden ist.

Inhaltlich sind die BĂ€nde echt klasse gemacht. Sie liefern Fakten zur Stadt; Geschichtliches; Infos zu Sport, Kultur, Speisen, GebĂ€uden, berĂŒhmten SehenswĂŒrdigkeiten
.. Im Gegensatz zu anderen ReisefĂŒhrern ist es kindgerecht geschrieben und spricht Kinder definitiv an.

Unsere Jungs lesen generell viel und „saugen“ interessante BĂŒcher förmlich auf. Die drei BĂ€nde waren schnell durchgelesen, was schon einmal bedeutet, das es nicht langweilig war. Ich habe sie dann gefragt, was ihnen gefallen hat. Hier die Antworten:

  •  „lustig geschrieben“
  •  „Interessant“
  •  „in den BĂŒchern sind viele nĂŒtzliche Informationen und Fakten zu GebĂ€uden, Straßen, U-Bahnen sowie ĂŒber die Stadt zu finden“
  •  „kann man gut fĂŒr ein Referat in der Schule brauchen“
  •  „lĂ€sst sich gut und flĂŒssig lesen“
  •  „liest sich wie in Comic“
  •  „es bleibt viel hĂ€ngen, meist die Informationen die ich nicht kannte“
  •  „wirkt im ersten Moment „unĂŒbersichtlich““
  •  „kann man gut durchlesen“
  •  „handlich“
  •  „nicht zu viel Lesestoff“

Interessant fand ich die Aussage, dass man die inhaltlichen Themen auch gut fĂŒr die Schule und Referate gebrauchen kann. Einer unserer Söhne war vom Thema der „Französischen Revolution“ angetan, der andere richtete sein Augenmerk auf die „Architektur“ von New York und das es 13000 Glasscheiben im One World Trade Center gibt. Nun wissen wir auch wie es dazu gekommen ist, dass die Londoner Doppeldecker-Busse rot sind und die Idee mit den zweigeschossigen Fahrzeugen eigentlich aus Paris stammt. Die BĂ€nde sind also nicht nur fĂŒr eine Reise zu gebrauchen, sondern dienen auch als kleines Lexikon.

Mit den drei BĂ€nden ist die „Lonly Planet Kids“ Reihe fĂŒr Kinder wirklich ansprechend. Die empfohlene Altersangabe des Verlags von acht bis zwölf Jahren ist in Ordnung. Wahrscheinlich finden es Ă€ltere Kinder dann uncool, weil man ja die Daten auch im Internet finden könnte. Da kann ich jedoch nur gegenhalten, das ich bei vielen Geschichten gar nicht auf die Idee gekommen wĂ€re danach im Internet zu suchen. Auch im Alter lernt man noch was dazu. Bei einem Besuch der entsprechenden Stadt wird das Kind nun auch mitreden können und den elterlichen Blickwinkel verĂ€ndern. Von unseren Kindern und uns ein klares 👍 !!

Zu guter Letzt bleibt noch zu wĂŒnschen, dass es irgendwann auch mal FamilienreisefĂŒhrer gibt, in denen Fakten fĂŒr Erwachsene und fĂŒr Kinder zusammengefĂŒhrt werden. 😎


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