Eine Woche mit dem Lumos Helm unterwegs, ein Zwischenbericht.

Nun habe ich den Helm schon gut eine Woche im Einsatz und es wird Zeit für einen ersten Zwischenbericht.

 

Erst einmal muss ich sagen, dass der Helm ein „Eye-Catcher“ ist. Besonders wenn das Licht eingeschaltet ist, wird man mit neugierigen Blicken bedacht. Da es zurzeit ja eher hell ist, fahre ich immer mit dem langsamen Blinklicht. Man könnte meinen, dass es bei dem Sommerwetter unnütz wäre. Da die LED´s aber doch ganz schön hell sind, wird man besser gesehen.

 

Wenn wir schon einmal Tragen des Helms sind, möchte ich auf den Sitzkomfort eingehen. Wie auch schon in meinem ersten Erfahrungsbericht beschrieben, wiegt der Helm mehr als ein Standart-Helm. Ich hatte eine Kundenmeinung gelesen, in der der Träger nach regelmäßigen Tragen Nackenprobleme angegeben hat. Diese wären durch das regelmäßige Anheben des Kopfes an Ampeln zustande gekommen. Dies kann ich nicht bestätigen. Der Helm ist zwar wirklich schwerer, aber er sitzt gut und stört mich auch nach längeren Fahrten nicht im Geringsten. Bei dem warmen Wetter habe ich den subjektiven Eindruck, dass man aufgrund des Gewichtes etwas mehr auf dem Kopf schwitzt. Die Lüftung kann das aber recht gut kompensieren. Und überhaupt, bei höheren Temperaturen kommt man halt schneller ins Schwitzen. Egal ob mit oder ohne Helm. Die Kinngurte schneiden nicht ein und es kommt nicht zu irgendwelchen Druckstellen. Nun ja! Ich habe den Helm ja ein wenig modifiziert und mir von meinem alten Helm ein Schaumstoffteil umgebaut und dem Lumos-Helm gespendet.

 

Der Akku hält die versprochene Zeit von drei Stunden Dauerlicht und sechs Stunden langsamen Blinklicht. Wenn man jedoch den Blinker mit nutzt und das Bremslicht aktiviert hat, dann reduziert sich die Zeit natürlich. Über Nacht ist der Akku aber schnell aufgeladen und wieder einsatzbereit. Der Magnet des Ladekabels könnte etwas kräftiger sein. Ist auch schon einmal vorgekommen, das einer unserer Jungs ausversehen am Kabel gewackelt hat und dadurch die Verbindung unterbrochen wurde. Ebenso hätte ich gerne ein zweites Ladekabel im Set gehabt. Dann könnte man Helm und die Fernbedienung für den Blinker gleichzeitig aufladen. Die Fernbedienung verbraucht aber nicht so viel Energie und muss nur alle paar Tage mal ans Netzteil. Ein zusätzliches Ladekabel kann extra erworben werden. Es schlägt mit 12,99 Euro zu buche. Die Bedieneinheit kann man auch extra erwerben. Diese kostet dann 29,99 Euro. Ich musste mich erst einmal disziplinieren, dass ich diese beim Abstellen des Rades mitnehme und nicht am Rad belasse.

 

Doch es ist auch nicht alles Gold was glänzt. Es gibt auch ein paar Faktoren, die ich mir besser vorgestellt habe. Es sind zwar nur „Zusatz-Features“, aber immerhin macht Lumos damit Werbung.

 

Da wäre zum einen das Bremslicht. Dies arbeitet mit der Blinker-Fernbedienung zusammen. Darin enthalten ist ein Bewegungssensor. Beim Abbremsen leuchtet dann das Bremslicht am Helm auf. Aktiviert wird diese Option am besten mit Hilfe der App. Es geht auch mit dem Helm. Dazu verbindet man Helm und Fernbedienung und drückt dann 5x den Power-Button bis beide Bremslichter aufleuchten. Man kann mit der App die Sensibilität der Bremserkennung einstellen. Dies ist aber nicht einfach einzustellen. Es funktioniert zwar hin und wieder (wie meine Frau zu berichten weiß, wenn sie hinter mir gefahren ist), aber nicht 100%tig. Man sollte sich also nicht darauf verlassen!

 

Da ich eine Apple Watch (Serie 2) besitze, habe ich auch mal die Blinker-Funktion mit der Watch getestet. Die Einrichtung geht schnell von der Hand. Man überspielt mit Hilfe des Apple-Watch App die Lumos App auf die Uhr. Darüber wird man dann durch die Einrichtung geführt. Erst einmal die Hände an den Lenker, dann das Zeichen für links abbiegen und das Zeichen für rechts abbiegen. Hier ist dann aber auch schon ein kleines Problem. Wenn man die Uhr links trägt (wie ich es tue), dann ist das Signal für links abbiegen kein Problem. Rechts abbiegen ist da schon etwas anderes. Lumos zeigt in Einrichtungsvideos, das man dazu den linken Arm einfach anheben sollte. Hier sollte man wissen, dass dies in den USA ein gängiges Signal zum links abbiegen ist. In Deutschland kennt das niemand und darauf wird auch keiner reagieren. Deaktivieren kann man das Signal dann wieder, wenn man an den Lenker fasst und dabei das Handgelenk leicht schüttelt.

 

Hört sich natürlich alles recht toll an, aber im Einsatz läuft diese Funktion noch nicht rund. Man muss zur Aktivierung der „Blinkhilfe“ die Aktivität-Aufzeichnung starten. Ansonsten funktioniert auch das Blinken mit der Apple Watch nicht.

 

Da sind wir dann auch bei der Aufzeichnung der Fahrten. Diese können automatisch gestartet werden, sobald eine Bewegung festgestellt wird oder man wählt den manuellen Start über die App auf dem IPhone oder der Apple-Watch. Ich habe hin und wieder mal die Aktivität aufzeichnen wollen, aber irgendwie ist es nie in meinem Dashboard erschienen. Daher wähle ich immer die Apple eigene Aktivitäts-App und starte die Aufzeichnung darüber. Natürlich kann es sein, dass ich irgendwo einen Fehler mache. Gerne lasse ich mich unterstützen. Also nur los!

 

Bleibt festzuhalten das Bremslicht, Blinken mit der Apple Watch und die Aufzeichnung über das Dashboard noch Verbesserungsbedarf haben. Lumos sagt aber selber, dass die ersten beiden genannten Funktionen noch im Beta-Stadium sind. Ich hinterfrage nur, warum man nicht erst einmal die Bremslichtfunktion optimiert, bevor man sich das nächste Projekt mit der Gestensteuerung über die Apple-Watch ans Bein bindet. Ich hoffe mal nicht, dass es damit zusammenhängt, dass man sein Produkt über den Apple-Store an den Kunden bringen wollte, was ja nun auch der Fall ist? 😉

 

Ich konnte nicht an mich halten und habe meine Verbesserungsvorschläge direkt an Lumos gesendet. Diese waren wie folgt:

 

  1. Anfrage wegen der tollen (unausgereiften) Features.
  2. Warum es keine deutsche Bedienungsanleitung gebe und warum man diese nicht einfach als Download in den FAQ einstellt?
  3. Das man vielleicht auch an ein Insektenschutz-Netz denken sollte.
  4. Das man dem Helm einen gepolsterten Kinn- bzw. Verschluss-Schutz spendieren könnte.
  5. Wie lange die Lebensdauer der integrierten Akkus ist, die man ja nicht selber auswechseln kann und wie man damit umgeht, wenn die ersten Kunden sich über die schwindende Leitungskapazität beschweren.

 

Der Support hat dann auch relativ schnell geantwortet. Muss dabei aber auch gestehen, das ich schon eine ganze Weile Kontakt mit Lumos hatte, um im Vorfeld ein paar Fragen los zu werden. Hier einen besonderen Dank an Karen vom Lumos-Helmet Support-Team!

 

Hier nun die Antworten (die ich bewusst in original Sprache gehalten habe), um bei der Übersetzung keinen Fehler zu machen:

 

  1. „The Apple Watch function is still being improved and the Brake light function is in beta, as mentioned on our website. I apologize for being unable to assist with that at the moment.“
  2. „We are working on releasing a German version of the manual (I think the newest ones in Apple already have it). But for your other suggestions, I’ll bring it to the product team. As for the manual as PDF, it might be something we consider going forward. Perhaps a downloadable version via our FAQ.“
  3. „I’ll bring it to the product team.“
  4. „I’ll bring it to the product team.“
  5. „Battery is integrated as per the design team’s original idea.  Since helmets should be changed every 3-5 years anyway, the battery is expected to last that long for the helmet’s lifetime. There are no plans to change it to a replaceable version. There have also been no reports of dead batteries yet.“

 

Bleibt also abzuwarten, wie schnell diese Wünsche und Anregungen umgesetzt werden.

 

Mein bisheriges Fazit:

 

Ich kann mich nicht beklagen. Klar gibt es die ein oder andere Verbesserung, gerade bei dem hohen Preis möchte man doch ein funktionierendes Produkt in Händen halten. Wenn man von den Beta-Funktionen mal absieht funktioniert die Beleuchtungsfunktion, lässt der Helm sich gut tragen und das Wichtigste: man wird gut gesehen und sorgt für Aufmerksamkeit.

Ach ja! Lumos ist weiterhin fleißig in der Entwicklung und hat nun auch einen Helm mit MIPS (Multi-directional Impact System) am Start. Der Preis wird mit z.Zt. als Pre-Order Angebot  mit 199$ angegeben. Der normale Verkaufspreis wird dann wohl bei 219$ liegen.

 

 

 

Ein Gedanke zu “Eine Woche mit dem Lumos Helm unterwegs, ein Zwischenbericht.

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