Die Erde bei Nacht – Babak Tafreshi (Dumont-Buchverlag)


Bei meiner letzte Rezension habe ich den Lonely Planet Travelguide „Himmelleuchten“ vorgestellt. Drin ging es um den Blick nach oben in den Sternenhimmel. Ein Thema in dem Buch war die Astrofotografie. Dort gab es den ein oder anderen Tipp zum Erstellen von Fotos. Ich fand dieses Buch schon toll und habe Gefallen an der Astrofotografie gefunden.

Nun halte ich ein Buch in den Händen welches Fotos zeigt, die atemberaubend und einmalig sind. Fotos von einem Team von Fotografen die zur Vereinigung „The World Of Night“ gehören.

Klappentext:

Neumond über der Skyline von Boston, Nordlichter über einem verschneiten Wald in Lappland, die Milchstraße über den imposanten Statuen der Osterinsel, Sternspuren über einem kleinen Dorf auf Maui: ›Die Erde bei Nacht‹ führt von hell erleuchteten Städten in die dunkelsten und entlegensten Regionen der Erde, zu historischen Stätten des Weltkulturerbes und modernen Sternwarten.

Faszinierende Aufnahmen von über vierzig Fotografen aus fünfundzwanzig Ländern fangen die weltweit schönsten Landschaften und Kulturdenkmäler vor dem Hintergrund des nächtlichen Sternenhimmels ein. Sie zeigen besondere Himmelsereignisse wie Sonnen- oder Mondfinsternisse, machen mittels Langzeitbelichtung die Bewegung von Himmelskörpern sichtbar und lassen uns an Sternschnuppenschwärmen und atmosphärischen Lichterscheinungen teilhaben.

Babak Tafreshi, Gründer und Leiter der internationalen Astrofotografen-Vereinigung ›The World at Night‹, beschreibt die astronomischen Phänomene sowie die Technik hinter den Nachthimmelaufnahmen und macht deutlich, wie wichtig und schützenswert die natürliche Dunkelheit der Nacht ist.

Erst einmal zum Buch selber. Bei dem Einband handelt es sich um einen festen Einband, der von einem Schutzumschlag geschützt wird. Der Schutzumschlag und das Cover haben die gleichen Abbildungen (La Réunion/ Südindischen Ozean vorne und Mazandaran/ Iran hinten). Das Buch ist in den Abmessungen durch seine 240 Seiten gut 2,6 cm dick und ein wenig größer als ein DIN-A4-Blatt. Die Seiten sind qualitativ hochwertig bedruckt. Praktischerweise ist auch ein Leseband vorhanden.

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Der Autor Babak Tafreshi hat mit 13 Jahren erstmals durch ein Teleskop den Mond beobachtet. Seither hat er sich der Nachtfotografie verschrieben und sich angefangen mit einer kleinen Analogkamera zu einem der renommiertesten Fotografen auf diesem Gebiet weltweit entwickelt. Zusammen mit Gleichgesinnten, gründete er 2006 die Organisation „Astronomers Without Borders“ (AWB). Eines der ersten Projekte 2007 hieß „The World at Night“ (TWAN). Es erregte zwei Jahre später die Aufmerksamkeit der UNESCO und so bekam TWAN die Aufmerksamkeit der weltweiten Öffentlichkeit. Gefolgt von Vorträgen und Ausstellungen gelang es den „Nachthimmel“ wieder in die Köpfe der Menschen zu bringen.

In den sechs Kapiteln des Buches, finden sich gut 240 atemberaubende Fotos von einer Gruppe von gut 40 Astrofotografen. Wie schreibt David Malin (Photographic Scientist) so treffend in seinem Vorwort:

„Einige der Nachtaufnahmen sind in meinen Augen richtige kleine Kunstwerke. ….. Doch es handelt sich nicht einfach nur um Fotografien der Welt um uns herum. Wie jedes gute Schauspiel bringen sei uns auch noch lange nach dem Ende der Vorstellung zum Nachdenken.“

Die Kapitel sind wie folgt gegliedert:

  • Vereint unter einem Himmel
  • Welterbe
  • Verborgenes Universum
  • Weltbewegende Ereignisse
  • Fragile Dunkelheit
  • Schutz des Nachthimmels

Jedes der Kapitel beschäftigt sich mit einer anderen Thematik und sensibilisiert den Leser bzw. Betrachter, den Nachthimmel mit anderen Augen zu sehen. Angefangen von der Tatsache, dass wir trotz aller Unterschiedlichkeiten nur einen gemeinsamen Himmel haben, unter dem wir vereint sind, bis hin zum Schutz dessen. Den so wie wir Menschen unsere Umwelt belasten, belasten wir auch den Blick in den Nachthimmel durch eine immense Lichtverschmutzung. Diese zerstört den  Blick auf das allabendliche Naturschauspiel, welches sich uns Menschen schon seit Jahrtausenden bietet.

Jeder kennt Fotos der kulturellen und natürlichen Wahrzeichen unseres Planeten. Doch der Blick bei Nacht offenbart uns noch mal eine andere und faszinierende Perspektive. Ebenso der Blick auf die Milchstraße, die Polarlichter, die Sternbilder, den unterschiedlichen Farben der Sterne und der Planeten, bis hin zu den Unterschieden des Nord- und Südhimmels. Ereignisse wie die Sonnen- und Mondfinsternis, Eklipsen, das Erscheinen von Kometen, Planten-Konjunktionen oder ungewöhnliche Atmosphärenphänomene wurden im Bild festgehalten.

Zum Schutz der fragilen Dunkelheit unseres Nachthimmels wurden Lichtschutzgebiete eingerichtet. Diese sind unter dem Namen „Dark Sky Parks“ oder „Starlight Reserves“ bekannt, sind weltweit zu finden und haben sich zur Auflage gemacht, den Blick auf den natürlichen Nachthimmel zu ermöglichen. Über diese Thematik berichten die letzten beiden Kapitel.

Die einzelnen Fotos sind großformatig in den Mittelpunkt gesetzt. Sie nehmen oft eine komplette Seite ein oder gehen auch mal als Panorama über eine Doppelseite. Zu den einzelnen Fotos gibt es informative Begleittexte, die neben der Ortsangabe noch Informationen zur Sternenkonstellation und der Entstehung beinhalten. So wird schnell klar, das hinter vielen Aufnahmen mehr steckt, als nur den Auslöser zu drücken und das Bild zu entwickeln. So wie David Malin schon bemerkte, handelt es sich um „richtige kleine Kunstwerke“.  Ein paar Aufnahmen sind übereinandergelegt, um einen bestimmten Verlauf zu zeigen. Dazu haben die Fotografen geeignete Software genutzt. Ansonsten sind diese sind nicht mit Fotobearbeitungsprogrammen nachbearbeitet worden, sondern spiegeln den realen Blick des Betrachters wider.

Zum Schluss wird noch mal das Team der Fotografen und der Autor selber vorgestellt. Wer Interesse an der Astrofotografie gefunden haben sollte findet in den Texten und auf drei separaten Seiten unter dem Titel „Fotografieren bei Nacht“ noch viele hilfreiche Informationen und Hinweise zu der Thematik.

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Es handelt sich bei dem Buch um ein wirklich beeindruckendes Werk, das mich sofort angesprochen hat. Da ich selber gerne fotografiere und mich auch gerne inspirieren lasse, liefert das ein oder andere Bild neue Ideen für anstehende Aufnahmen. Auch meine Familie hat das Buch schon in der Hand gehabt und hat dem Betrachten der Fotos gestaunt. Aber auch die Texte haben neue Information gebracht, die unsere Jungs noch nicht kannten. Gerade in dieser Jahreszeit macht es Spaß, durch dieses Buch zu blättern. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, macht bei diesem Buch sicherlich nichts falsch.

Die Erde bei Nacht – Babak Tafreshi (Dumont)

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG; Auflage: 1 (14. Oktober 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3832199683
  • ISBN-13: 978-3832199685
  • Originaltitel: ›The World at Night‹
  • Größe und/oder Gewicht: 24,4 x 2,6 x 29,9 cm
  • Link zu Amazon

Infos zur Autor:

Babak Tafreshi, 1978 in Teheran geboren, ist Fotograf und Wissenschaftsjournalist. Er arbeitet u. a. für National Geographic und ist Vorstandsmitglied von ›Astronomers Without Borders‹. 2007 gründete er das Projekt ›The World at Night‹ (TWAN), ein weltweites Netz renommierter Natur- und Astrofotografen. 2009 wurde Tafreshi für seinen globalen Beitrag zur Nachthimmelfotografie mit dem Lennart-Nilsson-Award, einem international anerkannten Preis für Wissenschaftsfotografie, ausgezeichnet. Er lebt in Boston.

Weitere Infos:

Weitere Empfehlung zum Thema Astrofotografie:

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Lonely Planet Himmelleuchten: Der ultimative Travelguide für den Blick nach oben (Lonely Planet Reisebildbände)

Eine Rezension dazu  finden Sie hier.

 

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Das Buch wurde von uns vom Verlag zur Verfügung gestellt. Die Rezensionen spiegelt meine/ unsere eigene Meinung zu dem Buch wieder. Wenn mir was nicht gefallen sollte, so schreibe ich dies auch nieder. Die Fotos stammen aus meiner Kamera. Für das Beitragsbild habe ich ein von mir erstelltes Foto mit eingearbeitet. Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehme ich keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

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