Mordsirrtum (Gabriela Tetzlaff)

Es müssen nicht immer „Top Autoren“ sein, die ein „dickes“ Buch schreibe, Öffentlichkeitsarbeit betreiben, die Werbetrommel anwerfen, damit ihre  Leser ansprechen und in ihren Bann ziehen. Vielmehr geht es auch „klein“ und „fein“!

So wie bei dem Taschenbuch von Gabriela Tetzlaff. Sie hat mich über die Seite „Rezi-Suche“ (Buch-Blogger und Autoren finden zusammen) angeschrieben und angefragt, ob ich ihr Taschenbuch lesen und rezensieren wolle. Sie schrieb unter anderem:

Als Personal- und Business-Coach rate ich mitunter meinen Klientinnen und Klienten, etwas Neues auszuprobieren. Eine eigene Herausforderung anzunehmen, ist stets ein erster Erfolg. Und dieser macht dann Mut, auf neuen Wegen weiterzugehen. Ich habe das selbst probiert und mit viel Freude ein Buch unter verschiedenen Aspekten geschrieben.

Einerseits assoziieren viele Menschen mit dem Leben in einer Metropole Anonymität, andererseits fühlen sich die meisten Berliner in ihrem Kiez wohl. Und weil irgendwo dazwischen die Wahrheit liegt, habe ich einen kriminalistischen Plot im Mikrokosmos eines Kiezes entwickelt.
Mein kleiner Roman behandelt ernsthafte Themen wie Großstadtanonymität, Familiensinn, Geschwisterliebe, Selbstbewusstsein und Fremdwahrnehmung in empathischer und humorvoller Art und Weise (also kein klassischer Krimi).  

Das Thema des Buches hörte sich schon ganz prima an. Ich schaue aber immer noch mal auf die im Netz zu findenden Seiten der Autoren, um mir ein besseres Bild zu machen. Warum schreibt ein „Personal- und Business-Coach“ ein solches Buch? Nun ja! Vieles hat sie ja schon von sich kund getan. Auf ihrer Homepage, deren Adresse sie weiter unten finden, gibt es auch zwei kurze Videos. Darauf liest sie die ein oder andere Textpassage vor. Es hat mich neugierig gemacht und so habe ich zugesagt.

Das Taschenbuch ist mit 132 Seiten klein und kompakt gehalten. Es läßt sich gut mitnehmen und z.B. in Wartezimmern oder Bus- und Bahn lesen. Das Cover ist einfach gehalten und verspricht mit seinem Titel und dessen Aufmachung eine spannende Geschichte und laut Coverbild auch ein „Schachmatt“.

Und tatsächlich! Nach den ersten Seiten ist man schon mitten im Geschehen. Der Leser lernt die beiden Protagonisten Ellen und Tom kennen, die erst spät zusammengefunden haben und sich seit einigen Jahren eine gemeinsame Wohnung in Berlin teilen. Es sind Menschen wie Du und ich. Jeder hat seine Lebenserfahrungen im Gepäck und kann diese  einbringen. Beide führen zusammen ein glückliches und geregeltes Leben. Bis…… Na, ja! Schauen sie in den ……

…..Klappentext:

Dieser Roman handelt von einer skurrilen Mordaufklärung im Sommer 2018 in einer gut situierten Gegend Berlins.
Seit fünf Jahren leben Ellen und Tom in einem Haus, das wie ein Spiegelbild auf der anderen Seite einer kleinen dazwischenliegenden Privatstraße ein zweites Mal existiert. Beide begegnen ihren Nachbarn selten und hegen kein sonderliches Interesse an deren Privatleben.
Nach einem Einbruch in der Wohnung unter ihnen werden routinemäßig alle Hausbewohner befragt. Weder Ellen noch später Tom in seiner Auskunft haben etwas Ungewöhnliches zu berichten. Jedenfalls nichts, was an dieser Nachbarschaft nicht ohnehin augenscheinlich fraglich ist.
Als wiederholt eingebrochen wird, entsteht Unruhe im Kiez. Tom schenkt den Vorfällen keine weitere Beachtung, dementgegen Ellen verunsichert ist. Sie unterhält sich mit ihren Bekannten aus der Straße, die ihr Ungeahntes aus der Nachbarschaft erzählen. Alles scheint unklar und verzwickt. Ellens Interesse ist geweckt …

Um dieses Interesse aber zu stillen, muss Ellen aus ihrer „Komfortzone“ treten und auf ihre Nachbarn, Freunde, Bekannten und auch die eigenen Kinder zugehen. Dabei erlebt sie die ein oder andere Überraschung und verstrickt sich in immer komplexer werdende Theorien.

Keine Sorge! Als Leser behält man den Überblick und kann den Gedankengängen von Ellen gut folgen. Mehr noch! Es macht Spaß, das Buch zu lesen und man möchte es gar nicht so schnell aus der Hand legen. Ich habe es innerhalb von zwei Tagen durchgelesen und muss sagen „Hut ab“! Klasse Geschichte.

Vieles erinnert mich an den alten Hitchcock Klassiker „Das Fenster zum Hof“ von 1954 mit James Stuart in der Hauptrolle. So wie damals L. B. Jefferies aufgrund eines Beinbruchs seine Wohnung nicht verlassen konnte und vom Fenster aus seine Nachbarschaft beobachtete, geht es auch Ellen. Sie arbeitet selbstständig von zu Hause aus, hat einen tollen Balkon und kennt ihre Nachbarn und die Inhaber der Geschäfte in ihrer Nachbarschaft. Nach dem besagten Einbruch, schaut sie aber genauer auf ihr Umfeld und versucht die Hintergründe des Einbruchs zu verstehen und aufzudecken.

Mit dem kriminalistischen Spürsinn eine „Miss Marple“ versucht sie ein Puzzle zusammenzusetzen. Oftmals musste ich bei den daraus entstehenden Dialogen grinsen. Ellen merkt schnell, wie wenig sie über ihre Nachbarschaft weiß, und tritt in das ein oder andere Fettnäpfchen. Als dann immer weniger Figuren auf dem Schachbrett stehen, kommt es zum spannenden Finale.

Gabriele Tetzlaff hat mit ihrem Taschenbuch eine tolle Geschichte veröffentlicht, welche zum Nachdenken anregt und dem Leser andere Perspektiven einnehmen läßt. Ich habe gemerkt, das sie als „Personal- und Business-Coach“ in allen Lebenslagen, ihre Erfahrungen aus jahrelanger Arbeit, mit in das Buch hat einfließen lassen. Sie hält dem Leser einen Spiegel vors Gesicht und oftmals musste ich mich hinterfragen, ob ich meine Nachbarn wirklich so gut kenne? Wir wohnen zum Glück in einem kleinen ruhigen Umfeld, mit wenigen Nachbarn. Aber wie geht es Leuten in einer Stadt wie Berlin, Hamburg oder München? Die Kinder sind aus dem Haus und kommen nicht mehr regelmäßig vorbei. Vieles wird über das Telefon oder Internet geregelt. Jeder geht seinen eigenen Weg und verliert dabei den Kontakt zu seinem Umfeld. Dies geschieht wohl eher in Großstädten als in kleineren Gemeinden, aber wahrscheinlich empfinden wie alle unterschiedlich und wie Gabriele Tetzlaff so schön sagt: „weil irgendwo dazwischen die Wahrheit liegt“.

Zum Schluss noch mein Lieblingssatz aus dem Buch:

„Du weisst doch: Interesse steuert Wahrnehmung.“ (Seite 39)

 

 

Mordsirrtum (Gabriela Tetzlaff)

  • Format: Kindle Edition
  • Dateigröße: 205 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 132 Seiten
  • Verlag: TWENTYSIX; Auflage: 1 (4. Februar 2019)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B07ND243P3
  • X-Ray: Nicht aktiviert
  • Word Wise: Nicht aktiviert
  • Screenreader: Unterstützt
  • Verbesserter Schriftsatz: Aktiviert
  • Link zu Amazon

Wer noch weitere Informationen über Gabriela Tetzlaff lesen möchte, kann sich auf diesen Links informieren:

https://www.ohnezwang.de/autorin/

 

(HINWEIS: ALS AMAZON-PARTNER VERDIENE ICH AN QUALIFIZIERTEN KÃUFEN. AMAZON UND DAS AMAZON-LOGO SIND WARENZEICHEN VON AMAZON.COM, INC. ODER EINES SEINER VERBUNDENEN UNTERNEHMEN.)
Das Buch wurde mir von der Autorin zu einer Rezension zu Verfügung gestellt. Dafür möchte ich mich bei ihr bedanken. Ich suche mir die Bücher selber aus und die Rezensionen spiegeln meine eigene Meinung zu dem Buch wieder. Wenn mir was nicht gefallen sollte, so schreibe ich dies auch nieder.
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