Felix und die Raubgräber (Paul Hummel / Books on Demand – Verlag)


Ich habe mir mal wieder ein Kinder- und Jugendbuch zur Hand genommen und gelesen. Es muss ja nicht immer ein Thriller eines bekannten Autors sein, der für Spannung sorgt. Wer (so wie ich) mit den „Fünf Freunden“ aufgewachsen ist und durch die eigenen Kinder „TKKG“ und die „Drei Fragezeichen“ für sich entdeckt hat, wird auch bei diesem Buch begeistert sein.

The english version of the text can be found below.

Klappentext:

Was für ein Sommer! Boot fahren, baden, auf Bäume klettern. Gemeinsam mit Willow, einem englischen Mädchen, streift Felix durch die wilde Natur im Norden Englands. Doch dann entdecken die Kinder Hinweise darauf, dass jemand an der Ruine des römischen Kastells unerlaubt archäologische Schätze ausgegraben hat. Sollen sie zur Polizei gehen? Oder wollen sie den Raubgräber auf eigene Faust überführen? Eine gefährliche Jagd beginnt, in der Felix und Willow ihren ganzen Spürsinn aufbieten müssen, um einen geheimnisvollen Kriminalfall aufzuklären und einer Bande von Kunsträubern das Handwerk zu legen.

Weil Felix mit Willow Englisch spricht, sind ihre Gespräche im Buch auf Englisch wiedergegeben. Und weil Felix nach einem Jahr Englischunterricht noch nicht so gut Englisch kann, macht er dabei natürlich auch viele Fehler. Aber ich bin sicher, dass du trotzdem verstehst, was Felix und Willow sagen. Denn sie benutzen fast nur Wörter, die man am Ende der 5. Klasse schon weiß. Und alle anderen Wörter erklärt Willow dir.

Felix und die Raubgräber (Paul Hummel)

  • Herausgeber: BoD – Books on Demand; 1. Edition (3. März 2021)
  • Sprache: Deutsch
  • Taschenbuch: 216 Seiten
  • ISBN-10: 3753404381
  • ISBN-13: 978-3753404387
  • Lesealter: 8 – 12 Jahre
  • Abmessungen: 12.7 x 1.24 x 20.32 cm
  • Link zu Amazon

 

Informationen zum Autor:

Paul Hummel, der im wahren Leben Ben Lukas Erekson heißt, ist in einem kleinen Dorf am Bodensee aufgewachsen. Endlose Sommer, duftende Wiesen und kühle Bäche: Eine schönere Kindheit kann man sich nicht wünschen! Mit seinem Bruder und seinen Freunden streifte Paul durch die Obstgärten und über die sanften Hügel Oberschwabens. Sie entdeckten geheimnisvolle Ruinen, bauten Baumhütten im Wald und fuhren mit einem selbstgezimmerten Floß auf den See. Eigentlich wollte Ben Lukas immer Ritter werden oder Cowboy oder Pirat – oder mit einem Raumschiff zu den Sternen fliegen. Stattdessen hat er Archäologie und Linguistik studiert und schreibt von den Abenteuern, von denen er als Kind geträumt hat. Gemeinsam mit seinem Sohn lebt er in der Nähe von Tübingen.

weiterführende Links:

 

Interview mit dem Autor:

Während des Schreibens meiner Rezension hatte ich die Möglichkeit mich mit dem Autor auszutauschen und ihm ein paar Fragen zu seinem Buch zu stellen. 

Hallo Paul, gibt es den Ort „Lilbrough“ wirklich? Ich habe ihn bei meinen Recherchen nicht finden können.

„Lilbrough gibt es so nicht, jedenfalls nicht in der beschriebenen Gegend. Ich habe mich an einem realen Ort orientiert (den ich nicht verraten möchte, um niemandem die Freude an der Detektivarbeit zu nehmen), in Wirklichkeit heißt er aber anders. Auch einige geographische Details habe ich erfunden bzw. von anderswo aus der Umgebung an den Ort der Handlung verlegt. Der Name Lilbrough ist verkürzt aus Little Borough („kleine Ortschaft“) und letztlich eine Hommage an Astrid Lindgrens Lillköping (in der deutschen Übersetzung Kleinköping), dem fiktionalen Ort, in dem Kalle Blomquist lebt. „…borough“ ist eine typische Endung für Ortsnamen in Großbritannien (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Borough), mit ähnlicher Bedeutung wie „…köping“ in Schweden (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Köping), und „Kleinköping“ bzw. „Kleinborough“ ist eben das typische Dorf.“

Warum hast Du nicht eine Karte der Gegend mit in Dein Buch eingearbeitet?

„Eine Karte habe ich tatsächlich für mich zur Orientierung beim Schreiben angefertigt. Vielleicht mache ich sie bei Gelegenheit noch fertig und stelle sie auf der Webseite zum Download bereit.“

Warst du schonmal in England, und wie hast Du Dich für das Buch vorbereitet?

„Ich war als Jugendlicher einige Male in Großbritannien. Das erst Mal mit 13. Da bin ich mit meinem Onkel und meinem besten Freund mit dem Auto durch Schottland gefahren. Wir haben in Bed & Breakfast übernachtet, und weil mein Onkel kein Englisch konnte, aber sehr kontaktfreudig ist, musste ich für ihn übersetzen. Später war ich zweimal alleine in England und habe in einer englischen Familie gewohnt.

Für das Buch habe ich viel recherchiert und mich insbesondere mit dem illegalen Antikenhandel, der Sondengängerszene (von denen natürlich nicht alle Raubgräber sind) und der rechtlichen Situation in England beschäftigt, um diesen Aspekt realistisch darzustellen. Ich hoffe, mir sind dabei keine groben Fehler unterlaufen! Die Webseite traffickingculture.org bietet viele Informationen zum Handel mit Raubkunst.“

In der Geschichte lernen wir Felix und seinen Vater kennen. Leider erfahren wir nicht viel von seiner Mutter und warum sie nicht mit den beiden den Urlaub verbringt.

„Dass nicht erklärt wird, wo Felix‘ Mutter ist, hat auch eine Testleserin bemängelt. Ich habe es dennoch bewusst nicht erklärt. Die Geschichte ist aus der Perspektive von Felix erzählt, für den die Abwesenheit seiner Mutter im Urlaub normal und nicht erklärungsbedürftig ist. Es wäre ein Bruch der Erzählperspektive gewesen, wenn ich da als Autor für den Leser eine Erklärung geliefert hätte. Ich gehe davon aus, dass Felix‘ Vater Willows Eltern durchaus erzählt, wo Felix‘ Mutter ist, aber Felix ist bei diesem Gespräch eben nicht anwesend, und Willow ist nicht der Typ Mädchen, der danach fragt. Sie nimmt die Dinge, wie sie sind. Ich gebe zu, diese erzählerische Haltung ist vielleicht untypisch für Kinderbücher und kommt daher, dass ich sonst für Erwachsene schreibe und es (auch als Leser) gerne mag, wenn nicht alles erklärt wird.“

Warum hast Du nicht einen Anhang mit Vokabeln in Dein Buch eingearbeitet?

„Ja, eine Vokabelliste oder sogar eine Übersetzung aller englischen Sätze war mal angedacht. Ich habe lange mit mir gerungen, ob ich sie anhänge oder nicht. Letztenendes habe ich sie aus einem einfachen Grund weggelassen: Felix spricht falsches Englisch und das Buch ist kein Englischlernbuch. Es gibt einige Bücher für Englischlerner, in denen der erzählende Text auf Deutsch und einige oder alle Dialoge auf Englisch sind. In denen sind die englischen Passagen aber sprachlich korrekt. In meinem Buch spricht nur Willow richtig. Felix oft nicht. Sollte ich Felix‘ falsches Englisch in falsches Deutsch übertragen? Sollte ich noch erklären, was falsch ist und wie es richtig wäre? Ich fand, das führt zu weit, und letztlich hatte mein Buch ein anderes Ziel.

Ich wollte möglichst realistisch darstellen, wie ein Kind mit wenig Fremdsprachenkenntnissen in einer Fremdsprache kommunizieren und in einem fremden Land zurechtkommen kann. Weil ich unsicher war, ob das Konzept klappt, habe ich das Buch von meinem Sohn und seinen Klassenkameraden testlesen lassen, als sie in der 6. Klasse waren, und sie konnten dem Inhalt problemlos folgen.“

Wird es noch weitere Abenteuer mit Felix und Willow geben?

„Ich bin da zwiegespalten. Einerseits habe ich einige Ideen für weitere Abenteuer, andererseits möchte ich kein weiteres zweisprachiges Buch schreiben. Das war beim Schreiben ganz schön schwierig, weil ich mich auf das Vokabular der 5. Klasse beschränken musste, und ich weiß nicht, ob mir das immer gut gelungen ist. Ich will jetzt erstmal abwarten, wie das Buch bei den Lesern ankommt.“

Ist Dir noch etwas wichtig zu sagen, worauf ich nicht eingegangen bin?

„In den klassischen Detektivabenteuern für Kinder – Emil und die Detektive von Erich Kästner, Kalle Blomquist von Astrid Lindgren – sind sowohl die Beziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern als auch die Fähigkeiten und Möglichkeiten der Kinder recht realistisch dargestellt. In heutigen Abenteuerbüchern dagegen sind die Eltern oft verstorben oder reiche Exzentriker, die Kinder haben eine Geheimagentenausbildung, werden von Teams von Spezialisten unterstützt und haben Waffen, Hubschrauber und U-Boote zu ihrer Verfügung. Mein Sohn liebt solche Geschichten, sie sind also nicht schlecht, aber mich langweilen sie. Ich mag Geschichten, in denen normale Menschen unter gewöhnlichen Umständen außergewöhnlichen Mut beweisen und ihre persönlichen Grenzen überwinden. Felix traut sich was, ist dabei aber seiner Reife entsprechend durchaus umsichtig und verantwortungsbewusst. Felix und Willow machen Fehler, meinen es aber gut. Sie haben ein gutes Verhältnis zu ihren Eltern und geraten in moralische Konflikte, wie sie alle Kinder erleben. Die Kriminalhandlung ist für mich nur der Rahmen. Eigentlich geht es in der Geschichte um die Beziehung zwischen Felix und seinem Vater, die Freundschaft zu Willow und darum Verantwortung zu übernehmen, Entscheidungen zu treffen und die Konsequenzen zu akzeptieren. Also eine Art Coming-of-Age-Roman, nur eben am Übergang von der Kindheit zur Jugend angesiedelt, statt am Übergang von der Jugend zum Erwachsensein.“

Vielen Dank für das Interview.

 
(HINWEIS: ALS AMAZON-PARTNER VERDIENE ICH AN QUALIFIZIERTEN KÃUFEN. AMAZON UND DAS AMAZON-LOGO SIND WARENZEICHEN VON AMAZON.COM, INC. ODER EINES SEINER VERBUNDENEN UNTERNEHMEN. DER OBULUS WANDERT IN DIE FINANZIERUNG DIESES BLOGS.)
Das Buch wurde von uns Vom Autor zur Verfügung gestellt. Die Rezensionen spiegelt meine/ unsere eigene Meinung zu dem Buch wieder. Wenn mir was nicht gefallen sollte, so schreibe ich dies auch nieder. Das Beitragsbild beinhaltet Bilder des Autors Paul Hummel, ebenso wie das Coverbild. Die übrigen Fotos stammen aus meiner Kamera. Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehme ich keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Welcome on my blog

Once again, I picked up a book for children and young adults and read it. It doesn’t always have to be a thriller by a well-known author that provides suspense. Those who (like me) grew up with the „Five Friends“ and discovered „TKKG“ and the „Three Question Marks“ through their own children will also be thrilled with this book.
The english version of the text can be found below.

Blurb:

What a summer! Boating, swimming, climbing trees. Together with Willow, an English girl, Felix roams through the wild nature in the north of England. But then the children discover evidence that someone has been digging up archaeological treasures at the ruins of the Roman fort without permission. Should they go to the police? Or do they want to convict the robber-digger on their own? A dangerous hunt begins, in which Felix and Willow have to use all their intuition to solve a mysterious criminal case and put a stop to a gang of art thieves.

Because Felix speaks English with Willow, their conversations in the book are in English. And because Felix doesn’t know English very well after a year of English lessons, he naturally makes a lot of mistakes. But I’m sure you can still understand what Felix and Willow are saying. Because they use almost only words that you already know at the end of 5th grade. And all the other words Willow explains to you.

The book was provided to me by the author, Paul Hummel. He wrote to me in mid-March asking if I would like to read and review his book. I accepted and within a few days I had the book in front of me. It is a handy paperback with an attractive cover. The binding is fine and the 216 pages are neatly laid out. The story is divided into several chapters. Each chapter has an appropriate heading. There is no table of contents with the individual chapters and their page numbers. Instead, there is a page at the end with information and a small sketched picture of the author. Paul Hummel has brought the book in the Books On Demand publishing house on the market. It is since 03.03. in the trade and since 20.03. also as Ebook available.

The cover image is really an eye-catcher. It shows the two protagonists of the story Felix and Willow. In the background you can see a lush green landscape and the remains of a Roman complex. As you look further, of course, you also notice a man with a metal detector and a spade. The image spans front and back. On the front is the author’s name and the title of the book. On the back is a short and appealing summary of the book’s contents and the author’s web address. Here you can also download the cover image. Either in color or as a drawing to color it yourself.

Right at the beginning of the book we get to know Felix. A bright boy who has just finished fifth grade and is on summer vacation in England with his father. They are staying in a cottage in Lilbrough about 42 kilometers from the larger well-known city of Newcastle. This is the site of Hadrian’s Wall, a Roman border fortification built between 122 and 128 AD on the orders of Emperor Hadrian. Vacation in a house without WLAN and without the possibility to gamble? Anyone who has children of this age can understand what this means. Even the most beautiful landscape can’t compete with that. And that’s how Felix feels. After he „annoys“ his father several times because of emerging boredom, he is allowed to go to the bakery in town and buy himself an ice cream. In the process, he meets Willow. An English girl of about the same age. Both understand each other from the beginning and experience an exciting adventure on the following pages.

The sentence „understand each other from the beginning“ can also be seen from another perspective. This also applies to linguistic understanding. Felix, with his basic fifth-grade English skills, meets Willow, who is a native speaker. But children are resourceful and uncomplicated in this regard. Both try to converse with simple sentences. If Felix has a problem with a word or two, they sometimes resort to explanations or hand signals. In a pinch, there are also translation programs from the Internet or the interpreting parents.

I will not reveal more about the content! A large part already reveals the table of contents. Just so you know, it really is a great book, keeping the suspense going until the last page. I could not put it down quickly and read it through within a few days. The author Paul Hummel does not need to hide behind the well-known children’s and youth stories of the „Three Question Marks“, „TKKG“ or the „Five Joys“. Especially the intention to include language barriers makes the book even more interesting from an educational point of view. Children are introduced to a foreign language in a playful way and lose their fear of it.

If you are older or have had English lessons for a longer time, you can understand the sentences well. It is interesting to listen to children who are just in the fifth year of school. I deliberately read through the „explanations“ of Willow and Felix and tried to understand them. They are really easy to understand. Let’s see what our boys will say about the book. Certainly, it is then not an optimal Oxford English, but that does not matter at all. Paul Hummel doesn’t want to teach his readers English, but to show – as realistically as possible – how someone with little knowledge of English can still get by.

I miss two things in the book.  I would have liked an appendix with one or the other vocabulary. So the interested reader could quickly look in the appendix, how the translation of one or another term is. Of course it is not a „schoolbook“, but it would introduce the one or other reader playfully to a foreign language. Then I miss a small map to the area around Hadrian’s Wall. Here one could have drawn in the one or other fortification or settlement of the Romans. 

The author himself was in England as a child and teenager. Although this was a few years ago, he manages to set the English landscape and life well in scene. He also does not forget the typical English weather. He revealed to me that he did a lot of research while writing. Not only on the surroundings, but also on the subject of probe hunters and the illegal trade with archaeological objects. However, one looks in vain for the place „Lilbrough“ where the story is set. It is fictional, so that the readers use their own imagination. The idea with the linguistic component came from his son Benjamin, who was not always enthusiastic when learning English. 

Perhaps there will be another adventure with the two protagonists? The last chapter with the heading „Off to new adventures“ and the concluding sentence „He was already eagerly awaiting his next adventure“ gives reason to hope so. I would look forward to it and maybe Willow will come to Germany and meet Felix’s friends?

(NOTE: AS AN AMAZON PARTNER, I MAKE MONEY ON QUALIFIED PURCHASES. AMAZON AND THE AMAZON LOGO ARE TRADEMARKS OF AMAZON.COM, INC. OR ONE OF ITS AFFILIATES. THE OBULUS GOES INTO FUNDING THIS BLOG).

The book was provided by us From the author. The reviews reflect my / our own opinion of the book. If I should not like something, so I write this down. The post image includes images of the author Paul Hummel, as does the cover image. The other photos are from my camera. Despite careful control of the content, I do not assume any liability for the content of external links. For the content of the linked pages are only their operators responsible.
 

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