Einstiegs „Droge“… ähhhh Drohne

Ich würde lügen, wenn ich nicht eingestehen würde, das mich eine Drohne immer wieder mal gereizt hat. Selbst unsere Jungs haben schon oft bei Saturn oder Mediamarkt vor diesen Teilen gestanden und haben große Augen bekommen. Jedoch hat mich immer der hohe Preis abgeschreckt und die Tatsache, das wir die Drohne nachher irgendwo im Keller herumliegen haben und nicht mehr nutzen.

Umso interessanter fand ich dann einen Bericht zur Ryze DJI Tello Drohne. Ein Unternehmen aus China hat eine Drohne auf dem Markt gebracht, die sich preislich im LowBudget Segment anordnet. Natürlich gibt es davon schon genug günstige Modelle auf dem Markt, werden Sie sagen. Und da muss ich Ihnen Recht geben. Es gibt jedoch einen kleinen Unterschied. Wie schon im Namen zu lesen hat hier das Unternehmen DJI seine Technik eingebracht und auch INTEL ist mit seiner Technik vertreten. Für einen Preis von 109 Euro (UVP) bekommt man dieses „kleine Technikwunder“, wobei „klein“ der richtige Ausdruck ist. Die Drohne passt auf eine ausgewachsenem Handteller. Hier ein paar technische Daten:

  • Gewicht: 87 Gramm (keine Drohnen-Plakette notwendig!)
  • Abmessungen: 98×92.5×41 mm
  • maximale Geschwindigkeit: 28,8 Kilometer pro Stunde (8,0 Meter/sec)
  • maximale Flugzeit: rund 13 Minuten
  • Übertragungsdistanz: max. 100 Meter (WiFi)
  • max. Flughöhe: 10 Meter
  • Betriebstemperatur: 0°C bis 40°C
  • Bildgröße: 5MP / 2592 x 2936 Pixel
  • Videoauflösung: 1280 x 720 (HD-Auflösung bei 30p) HD720P30
  • Format: JPG(Photo); MP4(Video)
  • Akku: 1.100 mAh, 3,8V, LiPo, 4,18 Wh (wechselbar)
  • eingebaute Funktionen: Range Finder, Barometer, LED, Vision System, 2.4 GHz 802.11n Wi-Fi

Das in diesem Preissegment auch auf Features verzichtet wird, sollte jedem Käufer aber bewußt sein. So gibt es kein GPS, keinen Kamera-Gimbal, keinen automatischen Rückflugmodus bei niedrigem Batteriestand, keine Onboard-Speicherkarte für Videos und Fotos ……. Trotzdem kann die Drohne überzeugen!

In der Verpackung findet sich neben der Drohne ein Akku, Ersatzpropeller (mit Werkzeug) und die Propeller-Schützer. Ein Ladekabel, Netzteil oder Bedienungsanleitung ist nicht vorhanden. Letztere kann aber auf der Homepage von Ryze heruntergeladen werden. Bei Problemen kann man sich direkt über die App mit dem Chat (in englischer Sprache) verbinden lassen. Die Drohne ist gut und sauber verarbeitet.  Die Propeller und die Schützer sind bereits vormontiert. Vorne findet sich die Kamera und eine Status LED. An den Seiten findet man den Power-Button und einen USB Anschluss zum Laden des Akkus. Hier findet sich auch der dezente Hinweis „powered by DJI“.  Unten finden sich die Sensoren für den stabilen Schwebemodus und hinten läßt sich der Akku einlegen. Auf der Oberseite ist ein weißes Cover mit dem „Tello“-Schriftzug montiert. Auf dem Markt kann man diverse andersfarbige Cover zusätzlich erwerben. Mit einem Gewicht von 89gr. mit Akku (ohne Akku 62gr.) fällt die Drohne nicht unter die gesetzliche Kennzeichnungspflicht. Diese wird erst ab einem Gewicht von 250gr. notwendig. Ein Intel-Chip (14 Kerne) sorgt für die optimale Bearbeitung der Aufnahmen.

Der bleiliegende Akku (1.100 mAh, 3,8V, LiPo, 4,18 Wh) läßt die Tello gute 13 Minuten in der Luft bleiben. Dies ist ein recht guter Wert, im Vergleich zu anderen kleinen LowBudget Drohnen. Zusätzliche Akkus sind zu einem Preis von ca. 25 Euro zu erwerben. Die Ladezeit beträgt gute 90 Minuten. Sie bekommen eine Warnung, wenn die Akkukapazität zu Ende geht. Die Drohne geht dann kurz danach in den Landeanflug über. Zu bedenken ist dabei, das es keinen automatischen Rückflugmodus gibt. Sie können aber die Drohne mit der Restkapazität noch zu ihrem Standort zurücksteuern.

Durch das integrierte „Vision System“ von DJI und das eingebaute „Barometer“ liegt die Tello recht sauber in der Luft. Da stören auch leichte Windstöße nicht. Sie behält ihre eingestellte Höhe und spricht sauber auf übertragene Kommandos. Diese können mit dem Smartphone (IOS und Android) übertragen werden oder mit einem Gamecontroller (separat erhältlich). Die Kopplung des Smartphones kann schnell vorgenommen werden. Nachdem man die Tello App geladen hat, kann man die Tello schnell und unproblematisch über Wifi verbinden und los legen. Dabei bekommt man eine kleine Einführung oder kann diese überspringen und sofort ans „Eingemachte“ gehen.

Die Steuerung über die App ist intuitiv angelegt. Sobald die Drohne gekoppelt ist, hat man ein Live-Bild der Kamera auf dem Schirm. Unten links und rechts befinden sich die beiden „Steuer-Knüppel“. Oben rechts finden sich die Funktionsbutton für die „Kamera-Einstellungen“. Hier wechselt man zwischen Foto- und Kamera-Modus und kann sich anschließend die Ergebnisse im Archiv ansehen. Gefallen die erstellten Bilder und Videos, kann man diese in sein eigenes Fotoarchiv übernehmen. Oben links findet sich der „Start Button“, ein „Flugmodi-Button“ (auf den ich noch eingehen werde) und den Zugang zu den Einstellungen wie z.B. Firmware-Update, Kalibrierung und anderes. Oben in der Mitte sind Informationen zum Akku-Stand, der WiFi-Verbundung, der aktuellen Geschwindigkeit und der Flughöhe zu finden. Es gibt auch einen Controller (GameSir T1d Controller) für 34 Euro zu erwerben. Dieser ist aber nicht zwingend notwendig.

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Im „Flugmodi“ Menü finden sich ein paar programmierte Flugabläufe.

  • Throw & Go: hier können Sie die Drohne nach einem fünfsekündigen Countdown in die Luft werfen und starten
  • Up & Away: die Drohne dreht ein kurzes Video, während sie sich langsam von Ihnen fortbewegt (EZ-Shots / gut für ein Selfie)
  • 3D-Saltos: einfach eine Spielerei, bei der die Drohne durch Handgesten auf dem Smartphone Display Saltos schlägt
  • 360 Grad: die Drohne dreht sich im Kreis und nimmt dabei ein Video auf (EZ-Shots)
  • Kreisen: die Drohne umkreist z.B. ein festes Objekt und nimmt dabei ein Video auf (EZ-Shots / benötigt ein wenig Übung)
  • Bounce-Modus: die Drohne fliegt auf und ab 😉 wofür das gut sein soll, keine Ahnung

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Nach schnellem unkomplizierten Start (entweder vom Boden oder aus der Hand), liegt die Drohne stabil in der Luft und wartet auf die Flugkommandos. Die Steuerung über das  Smartphone verläuft flüssig und präzise. Die Reichweite ist auf 100 Meter begrenzt. Hier sollte man aber von einem Idealwert aus den Labor ausgehen. Wenn das „Flugfeld“ von mehreren WiFi-Netzen belegt ist, kann es zu Störungen kommen. Diese machen sich zum einen in der Steuerung bemerkbar indem Kommandos ruckartig ausgeführt werden und in der Übertragung des Live-Bildes oder der Videoaufnahmen. Die maximale Flughöhe ist durch das eingebaute Barometer auf 10 Meter begrenzt. Neben der normalen Fluggeschwindigkeit lässt sich auch noch ein „Fast-Modus“ einstellen. Dann kommt die Drohne auf eine Geschwindigkeit von gut 30km/h. Stößt die Drohne irgendwo an, schaltet sie sich sofort aus. So wird weiterer Schaden verhindert. Interferenzen, WiFi Probleme, komplizierte Windverhältnisse und der sinkende Akku-Stand werden in der App sofort angezeigt.

Die Bild- und Videoqualität hat natürlich keine „Profi-Qualität“, reicht aber für den ein oder anderen Schnappschuss vollkommen aus. Kleine Wackler gleicht der Bildstabilisator gut aus. Die Bilder und Videos werden direkt über die WiFi Verbindung an das Smartphone gesendet. Auch dabei kann es zu Störungen kommen. Lange Videos können den ein oder anderen Aussetzer mit sich bringen. Die Videos kann man auf einschlägigen Internetplattformen oder Social Media Anbietern präsentieren und eine andere Perspektive zeigen. Gegenlichtaufnahmen sind zum Teil überblendet und bei düsterem oder dunklen Himmel meldet die Drohne „schlechte Lichtverhältnisse“. Meine Fotos sind zum Teil mit den Apple eigenen Werkzeugen nachbearbeitet.

Wie sieht mein Fazit aus? Wie Anfangs erwähnt, habe ich mir die Drohne als Einsteiger bzw. Anfänger Drohne zugelegt. Dabei hatte ich ein wenig Glück und habe die Drohne gebraucht mit drei Akkus zu einem Preis von 115 Euro erwerben können. Für den Preis habe ich nun gute 36 Minuten Flugzeit. Das reicht mir und meinen zwölfjährigen Zwillingen vollkommen aus. Meine Jungs haben Gefallen an der Tello gefunden und steuern das Ding problemlos durch die Gegend. Besonders der „Fast-Modus“ und das tolle Flugverhalten macht ihnen Spaß. Bisher haben wir die Drohnen nur „vor der Haustür“ fliegen lassen. Da ich gerne Fotos mache, möchte ich die Tello auch mal auf meinen nächsten Touren mitnehmen und neue Perspektiven austesten. Wir haben die Drohne mit dem iPhone X und einem Ipad Mini 2 gekoppelt. Auf dem Ipad Mini macht das Fliegen aufgrund des „großen“ Displays besonders Spaß. Das Preis- Leistungsqualität geht vollkommen in Ordnung. Es ist ein kleines Hightech-Spielzeug und ein tolles „Mitbringsel“ zu allerlei Gelegenheiten. Ich habe meine Jungs damit überrascht und sie glauben immer noch, dass ich viel Geld dafür ausgegeben habe. Für das Kind im Manne ist es ganz klar eine „Einstiegs-Droge“ in die Welt der professionellen Drohnen.

Was ist sonst noch möglich? Ich habe mich vorab lange durch das Internet gelesen und mir auch diverse YouTube Videos angesehen. Die Tello kommt überall gut an und hat schon eine große FangVemeinde gefunden. Hier findet sich dann auch schon der ein oder andere Optimierungshinweis, die ich nicht verheimlichen möchte.

Um die drei Akkus nicht nacheinander in der Drohne aufladen zu müssen, habe ich mir eine Ladestation zugelegt. Diese finden Sie unter anderem bei Amazon. Die Akkus brauchen darin zwar auch 90 Minuten, aber so sind alle drei Akkus gleichzeitig wieder geladen und mit der Drohne Einsatzbereit.

So läßt sich die Reichweite der Drohne mit einem WiFi-Extender auf gute 300 Meter erweitern. Den Stick  (Xiamomi Mi WiFi Verstärker 2) finden Sie ebenfalls bei Amazon. Dort habe ich auch eine Rezension hinterlassen, wie man die beiden miteinander koppelt und optimal einsetzt. Als Energiequelle kommt bei mir eine Powerbank zum Einsatz.

IMG_8180Da der Tello keine Tasche beiliegt, habe ich mir ein geeignetes Modell ebenfalls bei Amazon erworben. In der Tasche findet die Drohne, drei Akkus, der WiFi-Extender, ein Ladekabel und die Ersatzteile ausreichend Platz.

Jetzt aber noch mein persönlicher Favorit. Dies ist eine App, welche die Höheneinschränkung von 10 Metern aufheben kann. Diese heisst TALS und ist im Apple App Store kostenlos zu bekommen. Nachdem man die Drohne gekoppelt hat, kann man die Drohne auf eine Höhe von 30 Metern (siehe angehängtes Bild: H 29,7m) bringen. Da die Drohne recht stabil in der Luft liegt, kann man sie weiterhin gut steuern. Ich würde aber grundsätzlich den WiFi-Extender zum Einsatz bringen, damit eine sicherer WiFi-Verbindung gewährleistet ist.

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Update 09.08.2015:

Leider hat der Entwickler die App TALS aus dem Apple Store zurückgezogen. Einen kurzen Bericht dazu findet Ihr/ Sie hier. Für Android Geräte ist die App noch verfügbar. Da die App kostenlos angeboten wurde, ist dies natürlich sehr schade.

Ich habe mich nach einer Alternative umgesehen und habe folgende App für IOS gefunden. Leider muss man nun 1.09 Euro auf den Tisch legen, welche aber sicherlich gut investiert sind.

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Es handelt sich um die App Altitude Limit für TELLO und läßt sich hier im Apple Store finden. Die Entwickler Seite findet Ihr/ Sie hier. Die Bewertungen sehen gut aus. Eine Bewertung hat ein paar Sterne weniger, da die App suggeriert eine Höhe von 100 Metern zu erreichen. Das Limit der Tello ist aber generell auf 30 Meter begrenzt.


Update 17.08.2018:

Es gibt eine neue Firmware, welche offiziell die Flughöhe bis auf 30 Meter zulässt. Schaue hier.


So! Das „Kind im Manne“ hat gesprochen bzw. geschrieben. Wir haben Spaß mit der kleinen Tello und können diese nur empfehlen! Kleiner Preis mit großem Spaßfaktor. Macht aber definitiv Lust auf mehr!! Ach ja, die Drohne gibt es auch bei Amazon. Anbei noch ein kleines Video:

Update 15.07.2018: Suche einen Sponsor!

In meinem Blog finden Sie noch einen Artikel zum WiFi-Extender und einen Artikel zu mir und meinen Erfahrungen mit Drohnen. Ach ja, wenn Ihnen der Artikel gefallen hat, würde ich mich über ein „Gefällt mir“ freuen. Gerne dürfen Sie den Artikel auf den allseits bekannten Social-Media Plattformen teilen. Danke!

(Hinweis: als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Käufen. Amazon und das Amazon-Logo sind Warenzeichen von Amazon.com, Inc. oder eines seiner verbundenen Unternehmen.)

8 Gedanken zu “Einstiegs „Droge“… ähhhh Drohne

  1. Tito schreibt:

    Bin wegen Mydealz hier… 😉

    Was wäre denn ne sinnvolle „richtige“ Fernsteuerung für die Drohne? Nutzt ihr nur ein Smartphone? Ich mag diese Steuerung „ohne Haptik“ nicht…

    Funktioniert die Drohne ggf auch mit einer richtigen Fernsteuerung welche man optimalerweise später noch weiter verwenden kann, falls man Spaß an dem Hobby findet?

    Gefällt mir

  2. Jürgen schreibt:

    Hallo,
    entgegen anderslautenden Aussagen funktioniert auch der GameSir T1s wunderbar mit der Tello. Einfach die Tasten Home und Y der T1s für 3-4 Sekunden drücken und schon kann man die Bluetooth-Kopplung am iPhone vornehmen. In der APP nur noch die Steuerung auf den Kontroller legen und das war es dann schon. Der Controller liegt perfekt in der Hand und so läßt sich die Tello dann supersicher und feinfühlig steuern. Auch die Aufnahme fürs Handy ist hervorragend gelöst! Macht so echt richtig viel Spaß die Tello zu fliegen.

    Mein Tipp: das mitgelieferte und ab Werk eingesteckte USB-WLAN-Modul der Gamesir T1s sollte im Betrieb mit der Tello besser abgezogen werden um zusätzlichen „Wellensalat“ auf dem 2,4Ghz-Band zu vermeiden.

    Anmerkung: toller Blog hier – Daumen hoch!

    Gruß
    Jürgen

    Gefällt 1 Person

  3. Jürgen schreibt:

    Gerade den Beitrag zur Gamesir T1s oben geschrieben, wollte ich anscließend TALS aufs iPhone installieren – leider Fehlanzeige, der Entwickler hat letzten Freitag den Support und die Verfügbarkeit für IOS eingestellt => https://tellopilots.com/threads/tals-for-ios-has-gone.1831/

    Bleibt ab jetzt wohl nur noch die Option über Android – meine Frage hierzu: sind die mit dieser APP getätigten Limitierungsänderungen persistent oder müssen die mit jedem Start neu gesetzt werden?

    Gruß
    Jürgen

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