Der Salzpfad (DuMont Welt – Menschen – Reisen)


Ich habe schon die ein oder andere Rezension zu dem Buch gelesen. Nicht immer ist das Buch dabei gut weggekommen. Dabei wurde meist die“ Blauäugigkeit“ und der „Leichtsinn“ von Moth und Raynor angesprochen oder der sich „immer wiederholende“ Inhalt. Es fehlten die „Landschaftsberichte“ bzw. mehr „Hintergrund“ zu dem berühmten Küsten-Trail.

The english version of the text can be found below.

Aber war der Klappentext den wirklich so zu verstehen, dass hier ein „Reisebericht“ über den „South West Coast Path“ zu erwarten wäre?

Klappentext:

Alles, was Moth und Raynor noch besitzen, passt in einen Rucksack. Sie haben alles verloren – ihr Zuhause, ihr Vermögen und Moth seine Gesundheit. Mit einem kleinen Zelt machen sie sich auf, den South West Coast Path, Englands berühmten Küstenweg, zu wandern. Mit einem Mal ist ihr Zuhause immer nur dort, wo sie gerade sind. Sie kämpfen mit Vorurteilen, Ablehnung und der Sorge, dass das Geld für den nächsten Tag nicht mehr reicht. Und zugleich entdecken sie auf ihrer großen Wanderung das Glück: herzliche Begegnungen, ihre neu erstarkte Liebe und die Fähigkeit, Kraft aus der Natur zu schöpfen. Allen Prophezeihungen zum Trotz führt sie der mehrmonatige Trip zurück ins Leben und öffnet die Tür zu einer neuen Zukunft. Der große Überraschungs-Bestseller aus England jetzt auf Deutsch.

Meine Antwort darauf lautet „Nein“. Hier geht es definitiv nicht in erster Linie um den berühmten Küsten-Trail. Hier geht es um mehr! Um das Leben von zwei Menschen, die von „heute auf morgen“ ihre Existenzgrundlage verlieren und als ob es nicht reicht noch eine vernichtende Diagnose gestellt bekommen.

Es bedarf vom Leser eine gehörige Portion Empathie, um sich in diese Situation zu versetzten. In unserer heutigen Wohlstandsgesellschaft ist dies nicht mehr unbedingt denkbar. Vielleicht erklärt diese Tatsache ja die ein oder andere Rezension.

Natürlich kommt vielleicht nun auch der ein oder andere Leser und glaubt hier an einen Marketing-Trick. Bücher verkaufen sich vielleicht besser, wenn dem Leser eine solche Situation vorgestellt wird und auf die Tränendrüse gedrückt wird. Ich kann dies nicht überprüfen und will es auch nicht ausschließen, aber ich kann es mir nicht vorstellen. Die Geschichte wirkt zu authentisch. Ich habe auch ein wenig im Netz recherchiert. Hier finden sich diverse Seiten (oftmals in englischer Sprache), in der die Geschichte der Beiden thematisiert wird.

Aber nun noch mal zurück zum Inhalt des Buches. Moth und Raynor machen sich tatsächlich ein wenig „blindäugig“ auf den Weg. Aber welche andere Möglichkeit hatte sie ansonsten. Sie wollten nicht in eine Sozialwohnung landen und ihren Lebensabend dort verbringen. Stattdessen wollten sie sich nicht mit diesem Schicksal abfinden und haben sich auf den Weg gemacht.

Anfangs gibt es diverse Probleme. Dazu gehört mit Sicherheit auch das „Geldproblem“ und die Sorge um Wasser. Auch das sie nicht immer den richtigen Weg finden und so z.B.  in einem Truppenübungsgelände landen passiert halt. Warum auch nicht?  Sie haben keine App auf deinem Smartphone welcher den Weg weist, noch ein GPS Gerät zur Orientierung.  Und ja, beide klagen oft über die Belastung und die damit verbundenen Schmerzen sowie über die eintönige Versorgung mit Lebensmittel und deren Hunger. Der Leser sollte sich aber bewusst machen, dass es hier um zwei Menschen geht, die nicht das nötige Geld und Equipment besitzen, um ihren Urlaub zu leben.

Stattdessen kommen die Beiden an ihre physischen und psychischen Grenzen, über die sie berichten. Unterwegs treffen sie andere Wanderer und ansässige Personen, mit denen sie sich austauschen und so manche Lebensweisheit mit auf den Weg bekommen. Sie reden auch anfangs nicht gerne über ihre Geschichte und dass sie obdachlos sind, da sie Angst vor den Reaktionen haben. Das Thema wird von ihnen auch politisch dargelegt, um zu verstehen was in England damit verbunden ist.

Und doch finden sich auch geschichtliche und aktuelle Hintergründe zum „South West Coast Path“, die einem Reisebericht nahekommen. Vor allem kommt ganz klar rüber, dass es ein beeindruckender, fordernder und naturgewaltiger Trail ist. Man kann ihn als Urlaubstrip begehen und in festen Unterkünften oder Zeltplätzen unterkommen oder auch Wildzelten. Man kann sein Gepäck selber tragen oder es von Ort zu Ort bringen lassen.

Abschließend kann ich das Buch demjenigen empfehlen, der genug Empathie mitbringt und sich auf die Erfahrungen von Moth und Raynor einlässt. Nicht nur einfach urteilen und den Kopf schütteln, sondern zwischen den Zeilen auch die Hoffnungen, Mut, Ängste, Sehnsüchte, Freuden, Niedergeschlagenheit…. erspüren. Es ist die Geschichte von zwei Menschen, die dem Leser einladen einen Teil ihres Lebens mitzugehen. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, sich darauf einzulassen. Und vielleicht weckt es im ein oder anderen Leser auch das Verlangen, den Alltag zu vergessen und sich auch auf ein Abenteuer einzulassen. Entweder mit oder ohne Sicherheitsnetz.

 

Der Salzpfad (DuMont Welt – Menschen – Reisen)

  • Format: Kindle Ausgabe
  • Dateigröße: 11681 KB
  • Seitenzahl der Print-Ausgabe: 336 Seiten
  • Verlag: DUMONT REISEVERLAG; Auflage: 1 (7. Mai 2019)
  • Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
  • Sprache: Deutsch
  • ASIN: B07RHYR3MJ
  • Text-to-Speech (Vorlesemodus): Aktiviert
  • X-Ray: Nicht aktiviert
  • Word Wise: Nicht aktiviert
  • Screenreader: Unterstützt
  • Verbesserter Schriftsatz: Aktiviert
  • Link zu Amazon

oder als Taschenbuchausgabe:

  • Taschenbuch: 336 Seiten
  • Verlag: DUMONT REISEVERLAG; Auflage: 1 (26. April 2019)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3770166884
  • ISBN-13: 978-3770166886
  • Größe und/oder Gewicht: 13,7 x 2,5 x 20,9 cm
  • Link zu Amazon

Informationen zum Autor:

Seitdem Raynor Winn, geboren 1962, den kompletten South West Coast Path gelaufen ist, unternimmt sie regelmäßig Fernwanderungen und schreibt über Natur und Wildcampen. Sie lebt derzeit mit Ehemann Moth und Hund Monty in Cornwall. »Der Salzpfad« ist ihr erstes Buch und wurde in England in kürzester Zeit zum euphorisch gefeierten Sunday-Times-Bestseller und landete auf der Shortlist des Costa Award und des Edward Stanford Travelwriting Award.

https://twitter.com/raynor_winn?lang=de

 

Informationen zum South West Coast Path:

Informationen über den South West Coast Path gibt es z.B. bei Wikipedia. Oder Sie schauen direkt auf der Seite der South West Coast Path Association. Diese gibt es auch in deutscher Sprache.

Wer den „South West Coast Path“ begehen möchte, findet unter anderem auf der Seite von Kathrin Heckmann „Fräulein Draussen“ viele interessante Hinweise und Ratschläge.

Zum Thema „Wildzelten“ gibt es ebenfalls noch eine Buchempfehlung mit dem Titel:

 

(HINWEIS: ALS AMAZON-PARTNER VERDIENE ICH AN QUALIFIZIERTEN KÃUFEN. AMAZON UND DAS AMAZON-LOGO SIND WARENZEICHEN VON AMAZON.COM, INC. ODER EINES SEINER VERBUNDENEN UNTERNEHMEN. DER OBULUS WANDERT IN DIE FINANZIERUNG DIESES BLOGS.)
Das Buch wurde von uns vom Verlag zur Verfügung gestellt. Die Rezensionen spiegelt meine/ unsere eigene Meinung zu dem Buch wieder. Wenn mir was nicht gefallen sollte, so schreibe ich dies auch nieder. Die Fotos stammen aus meiner Kamera. Für das Beitragsbild habe ich ein Foto von Viktor Forgacs von Unsplash mit eingearbeitet. Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehme ich keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

 

Welcome on my blog

I have already read one or two reviews of the book. The book did not always come off well. The „naivety“ and the „recklessness“ of Moth and Raynor were usually mentioned, or the „always repeating“ content. The „landscape reports“ or more „background“ to the famous coastal trail were missing.

But was the blurb really to be understood in such a way that a „travelogue“ about the „South West Coast Path“ could be expected here?

Blurb:

Everything Moth and Raynor still own fits in a backpack. They have lost everything – their home, their fortune and Moth his health. With a small tent they set out to walk the South West Coast Path, England’s famous coastal path. Suddenly their home is only where they are at the moment. They fight with prejudice, rejection and the worry that the money is not enough for the next day. And at the same time they discover happiness on their great journey: warm encounters, their newly strengthened love and the ability to draw strength from nature. Despite all prophecies, the trip of several months brings them back to life and opens the door to a new future. The big surprise bestseller from England now in German.

My answer to that is „no.“ This is definitely not primarily about the famous coastal trail. There’s more at stake here! About the lives of two people who lose their livelihood from „one day to the next“ and, as if that were not enough, are given a devastating diagnosis.

It takes a good deal of empathy from the reader to put himself in this situation. In today’s affluent society this is no longer necessarily conceivable. Perhaps this fact explains one or two reviews.

Of course, maybe one or two readers will come now and believe in a marketing trick here. Books might sell better if the reader is presented with such a situation and the tear gland is pressed. I cannot verify this and do not want to exclude it, but I cannot imagine it. The story seems too authentic. I also did a little research on the net. Here you will find several pages (often in English), in which the history of the two is thematized.

But now back to the content of the book. Moth and Raynor are actually going a little „blind eye“. But what other option did she have. They did not want to end up in a council flat and spend their retirement there. Instead, they did not want to accept this fate and set out on their journey.

In the beginning there are various problems. This certainly includes the „money problem“ and the concern about water. Also that they do not always find the right way and so e.g. in a military training area land just happens. Why shouldn’t I?  You don’t have an app on your smartphone that shows the way, nor a GPS device for orientation.  And yes, both often complain about the strain and the pain associated with it, as well as the monotonous supply of food and their hunger. The reader should be aware, however, that we are talking about two people who do not have the money and equipment to live their holidays.

Instead, both of them reach their physical and psychological limits, which they report on. On the way they meet other hikers and local people with whom they exchange experiences and learn many a wisdom. They also don’t like to talk about their story at first and that they are homeless because they are afraid of the reactions. The topic is also presented by them politically to understand what is connected with it in England.

And yet there are also historical and current backgrounds to the „South West Coast Path“ that come close to a travelogue. Above all, it is clear that this is an impressive, challenging and natural trail. You can take it as a holiday trip and stay in permanent accommodation or campsites, or even camp in the wild. You can carry your own luggage or have it transported from place to place.

In conclusion, I can recommend the book to anyone who has enough empathy and is willing to share the experiences of Moth and Raynor. Not just judging and shaking your head, but between the lines also the hopes, courage, fears, longings, joys, dejection feel. It is the story of two people who invite the reader to take part in their lives. Of course, it is up to each individual to decide for himself. And perhaps it will awaken in one or the other reader the desire to forget everyday life and also to embark on an adventure. Either with or without security Translated with http://www.DeepL.com/Translator (free version)

Information about the author:

Since Raynor Winn, born in 1962, has walked the entire South West Coast Path, she has regularly undertaken long-distance hikes and written about nature and wild camping. She currently lives in Cornwall with husband Moth and dog Monty. „The Salt Trail“ is her first book and quickly became the euphorically acclaimed Sunday Times bestseller in England and was shortlisted for the Costa Award and the Edward Stanford Travelwriting Award.

https://twitter.com/raynor_winn?lang=de

Information on the South West Coast Path:

Information about the South West Coast Path can be found at Wikipedia. Or you can look directly at the website of the South West Coast Path Association. These are also available in German.

If you want to walk the „South West Coast Path“, you will find many interesting hints and advice on Kathrin Heckmann’s page „Fräulein Draussen“.

There is also a book recommendation on the subject of „wild camping“ with the title:
Wild Camping: Exploring and Sleeping in the Wilds of the UK and Ireland.

 

(NOTE: AS AN AMAZON PARTNER I EARN MONEY ON QUALIFIED PURCHASES. AMAZON AND THE AMAZON LOGO ARE TRADEMARKS OF AMAZON.COM, INC. OR ONE OF ITS AFFILIATES. THE OBULUS GOES TO THE FUNDING OF THIS BLOG)
The book was provided by the publisher. The reviews reflect my/our own opinion about the book. If I don’t like something, I write it down. The photos are from my camera. For the picture in the article I have included a photo of Viktor Forgacs from Unsplash. Despite careful control of the contents, I do not assume any liability for the contents of external links. The operators of the linked pages are solely responsible for the content of their pages.

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