Wilde Stille: von der Autorin des Bestsellers »Der Salzpfad« (DuMont Welt – Menschen – Reisen)


Nachdem ich im letzten Jahr den „Salzpfad“ von Raynor Winn durchgelesen und zur Seite gelegt habe, stellte sich mir die Frage wie das Leben von Raynor und Moth weitergegangen ist? Ich habe versucht im Internet Informationen zu bekommen, doch da gab es leider nichts zu finden. Als ich dann vom zweiten Buch hörte, konnte ich es kaum erwarten, es in Händen zu halten und zu lesen. Wer das erste Buch mit dem Titel „Der Salzpfad“ nicht kennen sollte, kann meine Gedanken dazu hier lesen. Ich empfehle jedem, erst den „Salzpfad“ zu lesen, bevor er sich die „Wilde Stille“ zur Hand nimmt.

The english version of the text can be found below.

Klappentext:

Das zweite Buch der Bestseller-Autorin!
Die Fortsetzung zum SPIEGEL-Bestseller »Der Salzpfad«: Raynor und Moth sind nach ihrer entbehrungsreichen Wanderung auf dem South West Coast Path in einem Ort an der Küste Englands untergekommen. Doch das geregelte Leben, die Sicherheit eines kleinen Einkommens und ein Dach über dem Kopf reichen Raynor nicht aus, um anzukommen. Da erreicht sie ein Anruf, der alles verändert: Ein Unbekannter bietet ihnen seine Farm zur Bewirtschaftung an. Noch einmal das Risiko eingehen, alles zu verlieren? Auf gar keinen Fall! Doch sie lässt sich auf das Wagnis ein und die Farm wird ihr neues Lebensprojekt. Aus der Nähe zur Natur schöpft sie Zuversicht und Vertrauen – und Kraft für ein weiteres Abenteuer: Eine Wanderung in der rauen Wildnis Islands.

Wie auch schon im ersten Band, braucht es hier vom Leser eine entsprechende Portion Empathie. Es geht in erster Linie nicht um eine Reisedokumentation mit Ortsbeschreibungen, Erfahrungsberichten, Adressen und Tipps. Vielmehr geht es hier um das Leben von Raynor und Moth.

Der zweite Band erzählt unter anderem die Geschichte vor ihrer Wanderung auf dem Salzpfad und wie es ihnen seither ergangen ist. So erfährt der Leser von der Autorin Raynor Winn, wie sich die beiden kennengelernt haben und wie ihr Leben seither verlaufen ist. Immer wieder kommen Rückblicke auch auf ihre Kindheit und das Verhältnis zu ihren Eltern. Was anfangs ein wenig verwirrend erscheint, ergibt aber im Großen und Ganzen einen Sinn und komplementiert die Geschichte.

Für mich wurde hier nun auch deutlich, warum sie den „Salzpfad“ geschrieben hat. Die Erkrankung von Moth und das damit einhergehende Vergessen, vergleichbar mit einer Demenz, wollt Rynor nicht hinnehmen. Sie wollte ihre Wanderung festhalten und es Moth als immerwährende Erinnerung schenken. Das daraus ein „Bestseller“ werden würde, konnte sie selbst nicht glauben.

Durch den ersten Band wurden die beiden Wanderer im ganzen Land bekannt. Unter anderem erhielten sie das Angebot eine Farm zu bewirtschafteten. Vielmehr geht es aber darum, eine Farm zu restaurieren und die Landschaft wieder frucht- und nutzbar zu machen. Denkt man an die Erkrankung von Moth, war dies wieder ein gewagter Schritt in eine ungewisse Zukunft. Rynor erkennt, das Moth (der nach dem „Salzpfad“ noch ein Studium aufnahm) die Natur und die tägliche körperliche Herausforderung braucht, um seinen körperlichen Verfall zu bremsen. Die Wanderung auf dem “Salzpfad” hatte Beiden gezeigt, dass der Verlauf der Krankheit dadurch anscheinend positiv beeinflusst werden kann. 

Zum Ende hin unternehmen die Beiden zusammen mit Freunden eine Wanderung durch das raue Island. Ehrlich gesagt, habe ich mich hier ein wenig gefragt, warum dies sein muss. Die unwirkliche Gegend, die klimatischen Herausforderungen und die körperliche Belastung sind schon grenzwertig. Die Gruppe wird durch andere Wanderer, die vor allem jünger sind, belächelt. Und trotzdem schaffen sie es, die Wanderung zum Ende zu bringen und zu ihrer Farm zurückzukehren. 

Als ich mit dem Buch fertig war, hat es mich noch lange beschäftigt. Wie würde ich mein Leben fortführen, wenn bei meiner Frau eine CBD diagnostiziert werden würde? Zur Erklärung: eine kortikobasale (oder corticobasale) Degeneration (CBD) ist eine langsam fortschreitende neurodegenerative Erkrankung mit Ansammlung hyperphosphorylierten Tau-Proteins im Gehirn (Tauopathie). Hauptsymptome sind Parkinson-Symptome und Nachlassen der kognitiven Fähigkeiten. Von der Erstdiagnose bis zum Tod vergehen zwischen 1 bis 10 Jahre. Ich würde alles versuchen, so wie es auch Rayonr tut. Die Hoffnung nicht verlieren, kämpfen bis zum Schluss und dabei das Leben nicht vergessen. 

Wie schon beim „Salzpfad“ kann ich das Buch demjenigen empfehlen, der genug Empathie mitbringt und Moth und Raynor auf ihrem Weg zu begleiten. Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle: Hoffnung, Mut, Angst, Sehnsucht, Freude, Niedergeschlagenheit…. . Vielleicht weckt es im ein oder anderen Leser auch das Verlangen, den Alltag zu vergessen, die Perspektive zu wechseln und über die Endlichkeit des Lebens nachzudenken. 

Beenden möchte ich meine Rezension mit ein paar Worten aus dem Buch:

„Es würde uns immer wieder zum Küstenpfad zurückziehen, egal wie weit wir reisten, wir mussten das Salz schmecken und auf einer Klippe im Wind unsere Arme ausbreiten können – eine unabdingbare Notwendigkeit.“

aus „Wilde Stille“ (Seite 316)

 

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Wilde Stille: von der Autorin des Bestsellers »Der Salzpfad« (DuMont Welt – Menschen – Reisen)

  • ASIN: B091CJBF9L
  • Herausgeber: DUMONT REISEVERLAG; 1. Edition (26. März 2021)
  • Sprache: Deutsch
  • Dateigröße: 2517 KB
  • Text-to-Speech (Vorlesemodus): Aktiviert
  • Verbesserter Schriftsatz: Aktiviert
  • X-Ray: Nicht aktiviert
  • Word Wise: Nicht aktiviert
  • Link zu Amazon

oder als Taschenbuchausgabe:

  • Herausgeber: DUMONT REISEVERLAG; 1. Edition (18. März 2021)
  • Sprache: Deutsch
  • Broschiert: 320 Seiten
  • ISBN-10: 3770169697
  • ISBN-13: 978-3770169696
  • Originaltitel: The Wild Silence
  • Abmessungen: 13.6 x 2.4 x 21 cm
  • Link zu Amazon

Informationen zum Autor:

Seitdem Raynor Winn, geboren 1962, den kompletten South West Coast Path gelaufen ist, unternimmt sie regelmäßig Fernwanderungen und schreibt über Natur und Wildcampen. Sie lebt derzeit mit Ehemann Moth und Hund Monty in Cornwall. »Der Salzpfad« ist ihr erstes Buch und wurde in England in kürzester Zeit zum euphorisch gefeierten Sunday-Times-Bestseller und landete auf der Shortlist des Costa Award und des Edward Stanford Travelwriting Award.

https://twitter.com/raynor_winn?lang=de

Informationen zum South West Coast Path:

Informationen über den South West Coast Path gibt es z.B. bei Wikipedia. Oder Sie schauen direkt auf der Seite der South West Coast Path Association. Diese gibt es auch in deutscher Sprache.

Wer den „South West Coast Path“ begehen möchte, findet unter anderem auf der Seite von Kathrin Heckmann „Fräulein Draussen“ viele interessante Hinweise und Ratschläge.

Zum Thema „Wildzelten“ gibt es ebenfalls noch eine Buchempfehlung mit dem Titel:
 
(HINWEIS: ALS AMAZON-PARTNER VERDIENE ICH AN QUALIFIZIERTEN KÃUFEN. AMAZON UND DAS AMAZON-LOGO SIND WARENZEICHEN VON AMAZON.COM, INC. ODER EINES SEINER VERBUNDENEN UNTERNEHMEN. DER OBULUS WANDERT IN DIE FINANZIERUNG DIESES BLOGS.)
Das Buch wurde von uns vom Verlag zur Verfügung gestellt. Die Rezensionen spiegelt meine/ unsere eigene Meinung zu dem Buch wieder. Wenn mir was nicht gefallen sollte, so schreibe ich dies auch nieder. Die Fotos stammen aus meiner Kamera. Für das Beitragsbild habe ich ein Foto aus meiner Kamera mit eingearbeitet. Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehme ich keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Welcome on my blog

After I read through Raynor Winn’s „Salz Pfad“ last year and put it aside, I asked myself how Raynor and Moth’s lives went on? I tried to get information on the internet, but unfortunately there was nothing to be found. When I heard about the second book, I could hardly wait to get my hands on it and read it. If you don’t know the first book called „The Salt Path“, you can read my thoughts about it here. I recommend everyone to read „The Salt Path“ first before picking up „Wild Silence“.

Blurb:
The second book by the bestselling author!
The sequel to the SPIEGEL bestseller „The Salt Path“: Raynor and Moth have found shelter in a village on the coast of England after their hardship-filled hike on the South West Coast Path. But the regular life, the security of a small income and a roof over their heads are not enough for Raynor to arrive. Then they receive a phone call that changes everything: A stranger offers them his farm to farm. Take the risk of losing everything again? No way! But she takes the risk and the farm becomes her new life project. She draws confidence and trust from her closeness to nature – and strength for another adventure: a hike in the rough wilderness of Iceland.


As in the first volume, the reader needs an appropriate amount of empathy here. It is not primarily a travel documentary with descriptions of places, reports on experiences, addresses and tips. Rather, it is about the lives of Raynor and Moth.

Among other things, the second volume tells the story before their trek on the Salt Trail and how they have fared since. Thus, the reader learns from author Raynor Winn how the two met and how their lives have progressed since then. Again and again, there are flashbacks to their childhood and their relationship with their parents. What seems a little confusing at first makes sense on the whole and complements the story.

For me, it now also became clear why she wrote „The Salt Path“. Rynor did not want to accept Moth’s illness and the accompanying forgetfulness, comparable to dementia. She wanted to record her walk and give it to Moth as an everlasting reminder. She herself could not believe that it would become a „bestseller“.

Through the first volume, the two hikers became known throughout the country. Among other things, they were offered the chance to run a farm. But it is more about restoring a farm and making the landscape fertile and usable again. Thinking of Moth’s illness, this was another bold step into an uncertain future. Rynor realises that Moth (who went on to study after the „Salt Trail“) needs nature and the daily physical challenge to slow his physical decline. The hike on the „salt path“ had shown both of them that the course of the disease can apparently be positively influenced by it.

Towards the end, the two go on a hike through rugged Iceland with friends. To be honest, I wondered a little here why this had to be. The surreal area, the climatic challenges and the physical strain are borderline. The group is ridiculed by other hikers, who are mainly younger. And yet they manage to finish the hike and return to their farm.

When I finished the book, it stayed with me for a long time. How would I carry on with my life if my wife was diagnosed with CBD? To explain: corticobasal (or corticobasal) degeneration (CBD) is a slowly progressive neurodegenerative disease with accumulation of hyperphosphorylated tau protein in the brain (tauopathy). The main symptoms are symptoms of Parkinson’s disease and a decline in cognitive abilities. It takes between 1 to 10 years from initial diagnosis to death. I would try everything, just like Rayonr does. Don’t lose hope, fight to the end and don’t forget to live.

As with the „Salt Path“, I can recommend the book to those who have enough empathy to accompany Moth and Raynor on their journey. It is a rollercoaster ride of emotions: hope, courage, fear, longing, joy, dejection…. . Perhaps it will also awaken in one or the other reader the desire to forget everyday life, to change perspective and to reflect on the finiteness of life.

I would like to end my review with a few words from the book:


„We would always be drawn back to the coastal path, no matter how far we travelled, we had to be able to taste the salt and spread our arms on a cliff in the wind – an indispensable necessity.“

from „Wild Silence“ (page 316)

Information about the author:

Since Raynor Winn, born in 1962, has walked the entire South West Coast Path, she has regularly undertaken long-distance hikes and written about nature and wild camping. She currently lives in Cornwall with husband Moth and dog Monty. „The Salt Trail“ is her first book and quickly became the euphorically acclaimed Sunday Times bestseller in England and was shortlisted for the Costa Award and the Edward Stanford Travelwriting Award.

https://twitter.com/raynor_winn?lang=de

Information on the South West Coast Path:

Information about the South West Coast Path can be found at Wikipedia. Or you can look directly at the website of the South West Coast Path Association. These are also available in German.

If you want to walk the „South West Coast Path“, you will find many interesting hints and advice on Kathrin Heckmann’s page „Fräulein Draussen“.

There is also a book recommendation on the subject of „wild camping“ with the title:
Wild Camping: Exploring and Sleeping in the Wilds of the UK and Ireland.

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The book was provided by the publisher. The reviews reflect my/our own opinion about the book. If I don’t like something, I write it down. The photos are from my camera. For the picture in the article I have included a photo from my camera. Despite careful control of the contents, I do not assume any liability for the contents of external links. The operators of the linked pages are solely responsible for the content of their pages.
 

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